Nur 600.000 Elektroautos bis 2020

Experten haben einen Fortschrittsbericht zu E-Mobility an die Regierung übergeben. Das Ziel von einer Million Elektroautos rückt demnach in weite Ferne. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) – eine vom Umweltministerium geschaffene Expertengruppe aus Wirtschaftsvertretern, Politik und Verbänden – hat am gestrigen Mittwoch ihren Fortschrittsbericht an die Bundesregierung übergeben. Die Experten rechnen bis 2020 mit etwa 600.000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen. Das Ziel der Bundesregierung – eine Million E-Autos – würde damit deutlich verfehlt.

Elektromobilität zum Anfassen

Trotzdem findet der Bericht lobende Worte. Die NPE sieht insbesondere die Einrichtung der vier Schaufensterregionen als erfolgsversprechende Maßnahme. In diesen vier Regionen soll Elektromobilität durch groß angelegte Demonstrations- und Pilotvorhaben erfahrbar gemacht werden.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler begrüßte den Bericht und die Schaufenster Elektromobiltät: Ich bin froh, dass wir heute Leuchtturmprojekte auf diesem Gebiet benennen. Diese besonders herausgehobenen Forschungsprojekte sollen zeigen, wie innovativ der Standort Deutschland ist.

Kritik von Verbänden

Die an der NEP beteiligten Verbände Bundesverband Erneuerbare Energie, Klima-Bündnis, NABU und WWF übten in einer gemeinsamen Pressemitteilung Kritik an den Strategien der Politik. Sie fordern, Elektromobilität auch durch politische Regulierung im Straßenverkehr zu fördern.

„Wer mehr Elektroautos auf den Straßen sehen möchte, der muss sich für einen ambitionierten CO2-Grenzwert von 80 g CO2/km im Jahre 2020 einsetzen. Jedes Gramm mehr wird dazu führen, dass der Marktdurchbruch der Elektroautos weiter in die Zukunft verschoben wird“, so NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.