Start-up Schmiede

Die Pfalzwerke haben sich am DT:Hub in Kaiserslautern beteiligt, um digitale Geschäftsmodelle in der Region zu fördern. Erstes Projekt: Virtual Reality

Wer schon einmal die Chance hatte, einen Blick in einen Schaltschrank zu werfen, erfasst auf einen Blick die Komplexität. Wenn Servicetechniker der Pfalzwerke Netz AG zu Wartungsarbeiten an Schaltschränken unterwegs sind, haben sie deshalb dicke DIN-A3-Ordner im Gepäck. Denn die dahinterliegenden Strukturen werden bis heute auf Papierplänen festgehalten.

Das ist beim täglichen Einsatz umständlich – der Techniker braucht beide Hände zum Arbeiten und müsste gleichzeitig in den Plänen blättern oder sich je nach Sachlage Zusatzinfos suchen können. Die Lösung: Augmented Reality (AR). Mit einer AR-Brille hätten die Techniker die Hände frei für effizientes Arbeiten und könnten sich ­direkt digital weitere Informationen abrufen, die über die Schaltpläne hinausgehen. Doch wie kommt man zu einer maßgeschneiderten Lösung direkt vor Ort in der Pfalz? Im Digital Transformation Hub, kurz DT:Hub, in Kaiserslautern.

Erstes Pilotprojekt mit Start-up gestartet

Ideen und neue Entwicklungen werden nicht nur in Berlin oder im Silicon Valley geboren. Denn es ist keine Frage der geografischen Lage, sondern der Förderung, wo Gründerinnen und Gründer loslegen. Das vor wenigen Monaten in Kaiserslautern gegründete DT:Hub will diese regionale Unterstützung leisten (Konzept siehe Kasten). Damit dieses Innovationspotenzial in der Region bleibt, haben sich die Pfalzwerke am DT:Hub in Kaiserslautern als größter Anteilseigner neben der Digital Devotion Group (DDG) beteiligt. „Mit unserem Engagement quasi im Herzen unserer Versorgungsgebiete möchten wir innovative digitale Geschäftsmodelle fördern und uns auch direkt an solchen Aktivitäten beteiligen“, erklärt René Chassein, Vorstandsmitglied der Pfalzwerke. Jetzt startet das erste Pilotprojekt zwischen der Pfalzwerke Netz AG und der zReality GmbH. Das Start-up mit Sitz in Kaiserslautern hat sich der Softwareentwicklung im Bereich Virtual-, Mixed- und Augmented Reality verschrieben. Sie sind für die Aufgabe prädestiniert und widmen sich nun den Schaltplänen. „Mit diesem Projekt besteht nicht nur die Chance, interne Prozesse nachhaltig zu verbessern, sondern auch Ideen für mögliche Produktentwicklungen zu finden“, betont Dieter Kellermann, bei den Pfalzwerken im Finanzbereich tätig und Mitglied der Geschäftsführung des DT:HUB. Und wer weiß, ob in der Pfalz nicht nur die Servicetechniker der Pfalzwerke Netz AG bald auf dicke Schaltplanordner verzichten können, sondern auch andere Unternehmen oder Kommunen von diesem Projekt profitieren.

Innovationen für die Region

Hinter dem Digital Transformation ­Hub (DT:Hub) steht ein ausgeklügeltes Konzept, das ideale Rahmenbedingungen zur ­Entwicklung neuer Geschäftsmodelle bietet. Dazu gehören neben passenden Räumlichkeiten insbesondere Unterstützung beim Aufbau des Netzwerks sowie bei der Suche nach passenden Finanzierungslösungen und Kapitalgebern. Der Schwerpunkt im DT:HUB liegt auf Künstlicher Intelligenz (AI), Internet der Dinge (IoT) und Cross Reality (AR/VR/MR). Neben den Pfalzwerken und der Digital Devotion Group (DDG) zählen weitere Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Gründerszene zu den Unterstützern. Das ist der Ansatz: Start-up-Teams in der Frühphase ihrer Gründung durchlaufen ein einjähriges „Pioneer Programm“, in dem ­ihnen Räumlichkeiten, Infrastruktur, Coachingleistung und Netzwerkzugang zur Verfügung stehen. Während dieses Zeitraums werden die Start-ups auf „Herz und Nieren“ geprüft werden. Nach einem Jahr wird entschieden, ob sich die Idee trägt und in ein Geschäftsmodell überführt werden kann. Passt eine Geschäftsidee strategisch zu den Pfalzwerken, haben sie die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Im ersten Schritt sollen auf rund 500 Quadratmetern bis zu fünf Teams im Hub arbeiten. Ein geplanter Neubau mit zusätzlichen 2.000 Quadratmetern soll ab September 2019 nicht nur Platz für bis zu zehn Teams bieten, sondern auch Raum für Veranstaltungsflächen und Co-Working-Spaces.
„Mit der Beteiligung der Pfalzwerke am DT:Hub soll ein nachhaltiger Zugang zu digitalen Technologien und ein langfristiger Mehrwert für die Kernbereiche der Pfalz-werke-Gruppe geschaffen werden“, so Dr. Werner Hitschler, Vorstandsmitglied der Pfalzwerke.


Dieter Kellermann, Teamleiter Beteiligungsmanagement
& M&A, Pfalzwerke
Telefon 0621 – 585–2394

E-Mail dieter.kellermann@pfalzwerke.de