Funknetz für die Region

Die Pfalzwerke bauen mit LoRaWAN ein Netzwerk auf Funktechnik-Basis aus, ideal für Unternehmen wie Winzer. Die Vineyard-Cloud zeigt die Vorteile.

Ob in der Küche oder im Badezimmer, dank eines drahtlosen Netzwerks (WLAN) kann man heute zu Hause unproblematisch ins Internet oder Musik via Spotify hören. Die Reichweite ist begrenzt, was für die Privatanwendungen ideal ist. Speziell für Kommunen oder Unternehmen ist für bestimmte Aufgaben ein Netzwerk mit hoher Reichweite notwendig.

Geräte können über 50 Kilometer
kommunizieren

Das erfüllt das sogenannte LoRaWAN der Pfalzwerke. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Wide Area Network mit Low Power, also ein Netzwerk mit großem Radius und geringer Leistung. Über rund 50 Kilometer hinweg können darüber Informationen übermittelt werden. Diese Technologie wird heute als ein Baustein für das Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT) gesehen. Mit entsprechender technischer Ausrüstung können so Geräte untereinander kommunizieren. Die Anwendungsbreite wie der Bedarf sind immens. Die Pfalzwerke beschäftigen sich mit dieser innovativen Technik schon seit rund zwei Jahren. „2019 werden wir das Netz in Pfalz und Saarpfalz flächendeckend ausbauen und je nach Kundenbedürfnis regional verdichten“, erklärt Stefan Lang, Projektleiter für LoRaWAN bei den Pfalzwerken.
Das Potenzial hat auch Marcel Sambale-Lergenmüller aus Burrweiler erkannt. Er hat mit der Vineyard-Cloud eine Anwendung für Winzer entwickelt, die Daten erfasst, Planungen erleichtert, gezielte Auswertungen ermöglicht und Arbeiten rund um den Weinberg effizienter gestaltet. „Weinberge sind fast überall ein Flickenteppich. Hier den Überblick über erledigte oder anstehende Arbeiten wie Erträge zu behalten, ist nicht einfach – und das schafft die Vineyard-Cloud“, erklärt der Entwickler. Basis ist eine Schlagkartei, in der unter anderem übersichtlich erfasst ist, welche Parzellen zum Hof gehören, welche Rebsorten wo genau angebaut sind, Abstand und Länge der Zeilen oder Krankheitsbefall. Diese Dokumentation basiert auf einem Echtzeitprotokoll, durch die GPS Lokalisierung mit dem Smartphone.

Hohe Einsparpotenziale nicht nur für Winzer

Ein Mitarbeiter, der vor Ort arbeitet, trägt ein Smartphone mit sich. Die optionale Zeilengenauigkeit erfolgt durch Sender (Beacons), die an der Parzelle ausgebracht werden. Über die Vineyard-Cloud wird auch dokumentiert, welche Arbeiten bereits gemacht sind, welcher Schlag geschnitten oder gespritzt werden soll. Mit dieser Kombination aus Sensor und Smartphone kann, egal wo, die Arbeit am Rechner oder Tablet zeilengenau nachverfolgt und dokumentiert werden.
Arbeiten im Weinberg sind stark wetterabhängig. Und hier wird es spannend. Die Vineyard-Cloud wird mit der Verknüpfung mit Wetterdaten noch effizienter. Hier kommen die LoRaWAN Sensordaten ins Spiel. Sie dienen der Anreicherung der Daten in der Vineyard-Cloud.

Copyright by Merz Tricot GbR

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Die Pfalzwerke montieren Sensoren für Wetter und Bodenfeuchte in der Region. Speziell für Winzer sind auch Kohlendioxid-Sensoren für den Weinkeller erhältlich. Sie melden automatisch per Funk (über LoRaWAN) die erfassten Daten an den Server der Pfalzwerke. Die individuell relevanten Daten werden dann dem Winzer zur Verfügung gestellt. Damit lassen sich Menge der Düngemittel, Arbeitseinsatz und -zeit wie der Ertrag genau berechnen. Das Beste: Der finanzielle Einsatz für die Technik ist überschaubar.
Von präzisen Informationen zu Temperatur, Sonneneinstrahlung oder Niederschlägen profitieren zukünftig nicht nur Winzer oder Landwirte, sondern auch Kommunen oder Besitzer von Photovoltaikanlagen, die eine Ertragsprognose erhalten. Aus einmal erfassten Wetterdaten kundenspezifische Datenpakete zu schnüren und zur Verfügung zu stellen – daran arbeiten die Pfalzwerke bereits. Wie es geht – zeigt das Video. Jetzt direkt anschauen!