Marke Eigenbau

DIY-Hängesessel

Wer daheim noch kein schönes Plätzchen zum Relaxen gefunden hat, kann sich diesen Sessel aufhängen. Wir zeigen, wie man ihn selbst bastelt.

Das brauchen Sie an Material:

  • Einen runden Eichenholzstab, zirka 90 Zentimeter lang, mit einem Durchmesser von mindestens 3 Zentimetern (Eiche ist ein Hartholz und als solches ein stabilerer Lastenträger als alle anderen Holzarten)
  • Feines Sandpapier
  • Bei Bedarf: umweltfreundliche Holzbeize (Wasserbasis), (metallfreier) Holzpinsel, natürliche Versiegelung wie Holzwachs
  • Ein (geflochtenes) Polypropylen-Seil (als Meterware erhältlich) mit einem Durchmesser von rund 1 Zentimeter, Länge: 5 Meter (Achtung: je nach Raumhöhe muss die Seillänge angepasst werden, damit die Sesselhöhe am Ende stimmt!)
  • 2 Meter lange Bahn fester (Leinen-)Stoff ohne Muster oder mit einem Design Ihrer Wahl (Auch wenn Sie Stoff zuhause haben, prüfen Sie ihn vorab auf Festigkeit!)
  • Stabiler Deckenhaken
  • zirka 8 Zentimeter großer Karabinerhaken aus rostfreiem Edelstahl (sollte ein Gewicht von bis zu etwa hundert Kilogramm tragen)
  • zirka 6 Zentimeter großes Kettennotglied aus rostfreiem Edelstahl (sollte ein Gewicht von bis zu 300 Kilogramm tragen)
  • Falls Sie den Stoff bemalen wollen: Textilfarbe nach Belieben
  • mittelgroßer oder großer Flachpinsel für grobe Textilstoffe (je nach gewähltem Muster)
  • weicher Bleistift
  • großer Pappkarton als Unterlage
  • Stecknadeln

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Folgende Werkzeuge kommen zum Einsatz:

  • Bohrmaschine und (Beton-)Bohrer mit zirka 10 mm Bohrkopf
  • Holzbohrer mit zirka 15 mm Bohrkopf
  • Nähmaschine, Schere zum Stoffschneiden;
  • Maßband und Zollstock
  • Feuerzeug
  • Bügeleisen und -brett

So basteln Sie den idealen Platz zum Lesen und Entspannen:

1. Zuschnitt
Falten Sie die den Stoff mittig zusammen und legen Sie diesen mit der Falte auf der linken Seite flach hin. Von der linken Seite her 18 Zentimeter abmessen und markieren. Setzen Sie Ihren Zollstock an dieser Markierung schräg nach unten rechts bis zum Stoffende an und ziehen eine dünne Linie mit dem Bleistift. Nun können Sie das auf der rechten Seite entstandene Dreieck abschneiden und den Stoff auseinanderfalten. Ergebnis: Ihr Stoff hat nun eine Trapezform.

2. Nähen Teil 1
Klappen Sie den Stoff am oberen kürzeren Ende circa 1,3 Zentimeter ein und bügeln Sie den Falz glatt. Falten Sie nochmals 1,3 Zentimeter und bügeln erneut. Arbeiten Sie dabei möglichst genau. Stecken Sie bei Bedarf den Falz ab. Wiederholen Sie diese Vorbereitung zum Abnähen an der langen unteren Stoffkante. Anschließend mit einem Doppelstich mit der Nähmaschine festnähen.

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3. Nähen Teil 2
Drehen Sie Ihren Stoff so, dass das lange Trapezende nun auf der rechten Seite vor Ihnen liegt. Im nächsten Schritt falten Sie die Laschen, durch die anschließend das Seil gezogen wird. Klappen Sie alle vier Ecken um 4 Zentimeter ein. Anschließend glattbügeln. Dann falten Sie am oberen noch nicht abgesteckten Stoffende auch einen Falz von circa 1,3 Zentimetern und bügeln diese. Falten Sie nochmals 1,3 Zentimer und bügeln erneut. Anschließend, wie in Schritt 2 mit einem Doppelstich festnähen und die beiden Enden mit einem Rückstich verstärken. Nun dieselbe Prozedur an der unteren noch nicht vernähten Stoffseite wiederholen.

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4. Eingelocht
Messen Sie an beiden Enden des Holzstabs Abstände von 5 und 10 Zentimetern und markieren Sie diese mit dem Bleistift mittig. Mit Bohrmaschine und Holzborer an den Markierungen durchbohren und die ausgefransten Lochumrisse mit feinem Sandpapier abschleifen. Tipp: Wer dem Holz einen Shabby-Look verleihen möchte oder es bunt mag, kann es anschließend in einem dunklen Holzton oder farbig beizen. Achtung: Bei guter Belüftung arbeiten, gut trocknen lassen und anschließend mit entsprechendem Wachs versiegeln! Achten Sie beim Kauf auf umweltfreundliche Produkte.

5. Mustergültig
Legen Sie den Stoff auf die Pappunterlage und probieren Sie auf den Stoffresten mit Pinsel und Textilfarbe Muster aus. Hier gilt: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie haben die perfekte Verzierung gefunden? Dann bemalen sie nacheinander beide Seiten des Tuchs damit. Die erste Seite trocknen lassen, bevor Sie mit der Rückseite starten.

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6. Seiltanz
Einen Knoten am Ende des Seils binden und festziehen. Das Seilende sollte etwa 8 Zentimeter abstehen und mit einem Feuerzeug anschmelzen, sodass es später nicht ausfranst. Am besten im Freien arbeiten oder gut lüften. Das Seil so durch das äußere Loch des Stabs fädeln, sodass der Knoten oben sitzt. Jetzt das lange Seilende zuerst durch die Schlaufenöffnung an der Längsseite der Raute einfädeln und durch die Schlaufe ziehen. Etwa 90 Zentimeter Seil vom ersten Knoten abmessen und einen weiteren Knoten binden. Den Rest des Seils von unten durch das innere Loch auf derselben Seite des Stabs fädeln. Dieser zweite Knoten sitzt jetzt unter der Stange. Das Seil nun von oben ebenfalls durch das innere Loch des Stabs ziehen und lose unterhalb dieser Öffnung verknoten, sodass der Abstand zwischen Knoten und Seilende etwa 90 Zentimeter beträgt. Oberhalb der Stange entsteht eine Schlaufe, die als Aufhängung dienen wird. Je nach gewünschter Sesselhöhe muss dieser Teil der Raumhöhe angepasst werden. Also: Bei höheren Räumen lieber von vornherein großzügig Seillänge beim Kauf dazurechnen! Das Seilende durch die zweite Schlaufe der Sitzfläche ziehen und von unten durch das noch offene äußere Loch des Stabs fädeln. Einen Knoten binden, sodass das Seilende erneut 8 Zentimeter absteht. Prüfen Sie, ob die Sitzfläche gerade in den Seilen hängt und justieren Sie die Knoten wenn nötig nach. Ziehen. Versiegeln Sie das Seilende wieder mit dem Feuerzeug.

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7. Sitzprobe
Die Mitte des Seils über dem Holzstab finden und einen Knoten binden. Dabei entsteht eine Schlaufe, die etwa 20 bis 25 Zentimeter betragen sollte. Den Karabiner und anschließend das Kettennotglied an der Schlaufe festmachen. Den Deckenhaken vorbohren und mit einem passenden Dübel sicher in der Decke verankern. Tragfähigkeit unbedingt prüfen! Der Sessel kann nun am Deckenhaken aufgehängt werden. Ist die Sitzfläche noch schief, können die Knoten nochmals angepasst werden. Nun alle Knoten sicher festziehen und das Seil mit beiden Händen prüfen – trägt es das Körpergewicht? Wenn ja, ist das selbstgemachte Plätzchen bereit für viele schöne Stunden.

Wichtiger Hinweis: Der Stuhl eignet sich zum sanften Schwingen. Wir raten dringend davon ab, ihn als Schaukel zu benutzen. Prüfen Sie die Sicherheit Ihres DIYs vor jeder Benutzung.

Urheber // Text und Fotos: Rachel Denbow, http://abeautifulmess.com/2014/06/hammock-chair-diy.html


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