MyPowerGrid

Stromspeicher im Praxistest

Die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach noch effizienter nutzen? Familie Anstett und Familie Fösser haben die vielversprechenden Stromspeicher getestet.

Die Zukunft in Sachen Selbstversorgung hat bei Familie Anstett bereits vor zwei Jahren begonnen. Wer dabei an Ökoaussteiger denkt, die Ziegen halten und Käse produzieren, liegt völlig falsch. Georg und Martina Anstett haben in erneuerbare Energie-Technik investiert und sind Teilnehmer eines Pilotprojekts, das ihnen heute ein Höchstmaß an Selbstversorgung ermöglicht. Vor der persönlichen Energiewende zahlte die Familie jährlich rund 4.000 Euro für Heizung und Warmwasser. Dabei wurde die Ölheizung bereits von Solarthermie unterstützt. Mit dem Wechsel zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe plus Fotovoltaikanlage erfolgte der drastische Einschnitt. „Unsere Energiekosten sanken sensationell auf ein Viertel“, betont Georg Anstett.

Ein Plus an Energie

Die PV-Anlage mit einer Leistung von zehn Kilowattpeak (kWp) liefert weit mehr, als die Familie verbrauchen kann. Der Eigenverbrauch liegt bei zwölf Prozent. Das Gros des Ertrags wird tagtäglich eingespeist und vergütet und hilft so bei der Finanzierung der Anlage. Doch während der Nacht oder in sonnenarmen Zeiten muss die Familie wieder Strom aus dem Netz zukaufen. „Deshalb wäre es natürlich hochinteressant zusätzlich den selbst produzierten Strom zwischenspeichern zu können, um die Quote des Eigenverbrauchs zu erhöhen“, erklärt Georg Anstett. Genau das tun sie seit einem halben Jahr und steigern mithilfe eines Stromspeichers den Verbrauch ihres selbst produzierten Stroms auf 45. In den Sommermonaten füllt die Sonne den acht Kilowatt großen Lithium-Ionen-Akku in nur zwei bis drei Stunden. Das ist mehr, als die Familie in 24 Stunden verbrauchen kann. Martina Anstett nutzt die Eigenproduktion voll aus: Die Waschmaschine ist mit einer Zeitschaltuhr versehen und wird gestartet, wenn die Sonne Strom liefert, auch die Spülmaschine ist programmierbar und läuft nur während der Sonnenstunden.

Film: Alles über Stromspeicher

Selbstversorgung steigt

„Das ist die Zukunft“, ist Energieberater Stefan Kreis überzeugt, der das Pilotprojekt der Pfalzwerke gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut ITWM in der Praxis betreut. Auch Matthias Klein, Projektleiter beim Fraunhofer-Institut ITWM, ist begeistert. „Es freut mich, unsere im Labor entwickelte Technologie nun so erfolgreich im Praxiseinsatz zu sehen.“

Problemlose Integration

Für René Fösser in Neuhemsbach kam das Pilotprojekt gerade richtig. Er ist vor wenigen Monaten mit seiner Partnerin Linda, ihrem knapp zwei Jahre alten Sohn Danny und den Schäferhunden Orko, Cliff und Cara in ein Haus aus den 60er-Jahren eingezogen und steckt mitten in der Renovierung. Der wichtigste Posten: die Energieversorgung. Für ihn war klar, dass „es keine Alternative zu erneuerbaren Energien gibt“. Stefan Kreis beriet die junge Familie, sorgte für einen reibungslosen Ablauf der Umbauarbeiten und motivierte sie für die Teilnahme am Praxistest mit dem Stromspeicher Prozent (Siehe Slideshow).

Online-Zugriff auf Ertragsdaten

Jetzt liefert auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage in Ost-West-Ausrichtung mit knapp zehn Kilowattpeak reichlich Strom, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kombiniert mit Niedertemperaturheizkörpern sorgen für die Wärme und die Dämmung des Daches sowie dreifach verglaste Fenster halten die Wärme im 120 Quadratmeter großen Haus. „Die Einbindung des Stromspeichers verlief völlig problemlos“, erklärt der Hausbesitzer. Tagtäglich kann er die Stromproduktion, den Füllstand des Stromspeichers und Selbstversorgerquote online über die MyPowerGrid Plattform des Fraunhofer ITWM verfolgen. Beide Familien freuen sich jetzt auf die erste komplette Sommersaison und sind überzeugt, dass die durchschnittliche Selbstversorgerquote weiter steigen wird.

Grünen Strom günstig zukaufen

In einem weiteren Schritt ist ebenfalls denkbar, dass Energieversorger wie die Pfalzwerke mit einem attraktiven Tarifmodell Stromspeicherkunden anregen, Strom günstig einzukaufen. Das könnte dann der Fall sein, wenn bei günstigen Wetterbedingungen beispielsweise Strom aus Windkraftanlagen oder Fotovoltaikparks am Markt reichlich zur Verfügung steht.

Stromspeicher kommen

Schon heute können Hausbesitzer Energie aus erneuerbaren Quellen sowohl für Wärme als auch für die Stromversorgung effizient selbst produzieren. Um die Quote des Selbstverbrauchs zu steigern, werden künftig Stromspeicher in Haushalten Einzug halten. Doch Speicher werden langfristig nicht nur für Stromproduzenten interessant sein. Denn mit dem Ausbau erneuerbarer Energien im großen Stil, wie Wind- oder Solarparks, wird witterungsbedingt immer wieder mehr Strom im Netz zur Verfügung stehen, als gerade gebraucht wird. Damit könnten Haushalte ihren Stromspeicher günstig aufladen und so zudem zur Stabilisierung der Netze beitragen. Einziger Wermutstropfen für interessierte Nachahmer: Aktuell sind Stromspeicher noch eine teure Investition, doch das wird sich in Zukunft sicherlich ändern.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen zum Projekt:

Stefan Kreis
Servicezentrum
Rockenhausen
Telefon (0 63 61) 9217-42
E-Mail ez.rockenhausen@pfalzwerke.de


Bitte aktivieren Sie Java Script um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.